Was ein VPN ist: Adapter, Tunnel und Server

Ein VPN ist ein privates Netzwerk, das über Ihre normale Internetverbindung läuft. Die VPN-App erstellt auf Ihrem Gerät einen virtuellen Netzwerkadapter. Alles, was in diesen Adapter gelangt, wird verschlüsselt und an einen Server in einem Land Ihrer Wahl gesendet. Der Server leitet den Datenverkehr dann an die Websites weiter. Die folgenden Abschnitte beschreiben die App und den Server. Danach geht es darum, was ein VPN verbirgt und was es nicht ändert.
Die App fügt einen virtuellen Adapter hinzu
Ein Smartphone oder Laptop sendet den Datenverkehr meist über einen einzigen Netzwerkadapter für WLAN oder mobile Daten. Eine VPN-App fügt einen zweiten Adapter hinzu, den es nur als Software gibt. Anschließend bittet die App das System, den Datenverkehr in diesen virtuellen Adapter zu leiten. Unter Android zum Beispiel erstellt die App diesen Adapter selbst. Das System schickt Pakete nach den Regeln der App an ihn.
Alle Programme auf dem Gerät teilen sich diesen Adapter. Über ihn läuft der Datenverkehr des Browsers, der Messenger und der Updates im Hintergrund. Die App liest jedes Paket aus dem Adapter und verschlüsselt es. Dann sendet die App das Paket über das echte WLAN oder die mobilen Daten an den Server. Diese verschlüsselte Verbindung zwischen App und Server heißt Tunnel.
Bei der ersten Verbindung bittet das System um Ihre Erlaubnis. Auf einem Computer kann Ben's VPN außerdem Administratorrechte anfordern, um den virtuellen Adapter zu installieren. Diese Anfragen erscheinen nur bei der ersten Verbindung. Danach schalten Sie das VPN mit einer Schaltfläche ein.
Der Server sendet Anfragen von seiner eigenen IP-Adresse aus
Der Server entschlüsselt jedes Paket und leitet die Anfrage von seiner eigenen IP-Adresse aus weiter. Die Antworten der Websites verschlüsselt er und schickt sie durch den Tunnel zurück. Die App auf Ihrem Gerät entschlüsselt jede Antwort und gibt sie an das Programm weiter, das die Anfrage gestellt hat.
Websites schätzen anhand Ihrer IP-Adresse, wo Sie sich befinden. Datenbanken zur Geolokalisierung ordnen IP-Adressbereiche Ländern und Städten zu. Mit eingeschaltetem VPN sehen Websites die IP-Adresse des Servers statt Ihrer eigenen. Wenn Sie in Chicago sind und einen Standort in den Niederlanden wählen, können Suchmaschinen auf Niederländisch umschalten. Auch die Werbung kann dann Geschäfte in Amsterdam zeigen.
Manche Dienste müssen wissen, in welchem Land Sie sich tatsächlich befinden. Wie Sie einen solchen Dienst vom Tunnel ausnehmen, zeigt der Abschnitt über Ben's VPN weiter unten.
HTTPS verschlüsselt den Inhalt, ein VPN verbirgt die Namen der Websites
Die meisten Seiten im Browser werden heute über HTTPS geladen. HTTPS verschlüsselt die Verbindung zwischen Browser und Website, mit oder ohne VPN. Weder der Betreiber des WLANs noch Ihr Internetanbieter können den Text der Seiten, Passwörter oder Nachrichten lesen.
Die Namen der Websites bleiben jedoch für beide sichtbar. Um die IP-Adresse einer Website zu finden, sendet Ihr Gerät eine Anfrage an einen DNS-Server. Meist geht diese Anfrage völlig unverschlüsselt über das Netz. Browser und Betriebssysteme unterstützen verschlüsseltes DNS, oft ist es aber nicht eingeschaltet. Außerdem nennt der Browser zu Beginn jeder HTTPS-Verbindung in der Regel den Namen der Website. Dieser Name wird in einem Feld namens SNI übertragen, bevor die Verschlüsselung beginnt. Der Betreiber des WLANs und Ihr Internetanbieter sehen deshalb, welche Websites Sie wann besuchen. Was Sie auf diesen Websites tun, sehen sie nicht.
Mit eingeschaltetem VPN laufen DNS-Anfragen und die Namen der Websites durch den Tunnel. Dasselbe gilt für den Datenverkehr von Programmen ohne eigene Verschlüsselung. Für Ihr Netzwerk sieht all das wie eine einzige verschlüsselte Verbindung zu einem Server aus.
| Daten | Nur HTTPS | HTTPS mit VPN |
|---|---|---|
| Text der Seiten, Passwörter, Nachrichten | Verschlüsselt | Verschlüsselt, mit einer zweiten Schicht bis zum VPN-Server |
| Name der Website | Für Ihr Netzwerk sichtbar | Vor Ihrem Netzwerk verborgen, für den VPN-Server sichtbar |
| Ihre IP-Adresse | Die Website sieht Ihre Adresse | Die Website sieht die Adresse des Servers |
| Datenverkehr von Programmen ohne Verschlüsselung | Unterwegs lesbar | Vor Ihrem Netzwerk verborgen, ab dem VPN-Server lesbar |
HTTPS und ein VPN schützen unterschiedliche Daten und ergänzen sich. HTTPS verbirgt den Inhalt vor allen, die zwischen Ihnen und der Website stehen, auch vor dem VPN-Server. Das VPN verbirgt die Namen dieser Websites vor Ihrem Netzwerk.
Ein VPN für die Arbeit führt ins Firmennetz, ein persönliches VPN ins Internet
In den 1990er-Jahren setzten Unternehmen als Erste VPN-Verbindungen ein. In diesem Jahrzehnt wurden die Protokolle IPsec und PPTP spezifiziert. Damit verbanden sich Zweigstellen und Beschäftigte außerhalb des Büros über das Internet mit dem Firmennetz. Dieser Einsatz erklärt den Namen „virtuelles privates Netzwerk“. Gemeint ist das private Netzwerk eines Büros, aufgebaut über das öffentliche Internet. Der Tunnel endet im Firmennetz, bei der dienstlichen E-Mail, den freigegebenen Ordnern und den internen Websites. Wer sich mit diesem Netz verbinden darf, entscheidet das Unternehmen.
Ein persönliches VPN funktioniert genauso, aber hinter seinem Server liegt kein privates Netzwerk. Der Server leitet Ihren Datenverkehr nur aus dem gewählten Land ins Internet weiter.
Eine dritte Möglichkeit ist ein VPN auf dem Router. Dann nutzt jedes Gerät in Ihrem Heimnetz den Tunnel, auch Geräte, auf denen die App nicht läuft. Auf der Seite VPN für Router steht, wie Sie einen Router mit Ben's VPN verbinden.
Ein VPN hilft in 4 Situationen
- WLAN, das Sie nicht selbst verwalten. Im Hotel, im Zug oder im Coworking-Space kennen Sie den Betreiber des WLANs nicht. Sie wissen auch nicht, was das Netzwerk aufzeichnet. Mit eingeschaltetem VPN sieht das Netzwerk nur eine verschlüsselte Verbindung, die es nicht lesen kann.
- Gesperrte Websites und Apps. Ein einzelnes Netzwerk, etwa das WLAN am Flughafen, kann eine Website oder App sperren. Ebenso können alle Internetanbieter eines Landes sie sperren. Mit einem VPN geht Ihre Anfrage aus einem anderen Land ins Internet. Der lokale Filter sieht nicht, für welche Website die Anfrage bestimmt ist. Wenn sich Telegram nicht verbindet, lesen Sie die Seite VPN für Telegram.
- Reisen ins Ausland. Manche Dienste funktionieren mit einer ausländischen IP-Adresse anders oder lassen sich gar nicht öffnen. Mit einem Standort in Ihrem Heimatland sehen diese Dienste eine inländische Adresse.
- Überprüfung aus einem anderen Land. Mit einem Standort in einem anderen Land sehen Sie Ihre Website oder Anzeigen so, wie Besucher vor Ort sie sehen.
4 Dinge, die ein VPN nicht ändert
- Ihre Konten. Ein Dienst weiß, wer Sie sind, sobald Sie sich im E-Mail-Konto oder in sozialen Netzwerken anmelden. Die Wahl eines Standorts in einem anderen Land ändert daran nichts.
- Cookies und Fingerabdrücke. Ein VPN löscht die Kennungen nicht, die Cookies in Ihrem Browser speichern. Außerdem hat ein Browser einen „Fingerabdruck“ aus seiner Sprache, der Bildschirmgröße und den installierten Schriftarten. In einer Studie von 2010 hatten die meisten getesteten Browser einen einzigartigen Fingerabdruck. Eine neue IP-Adresse ändert ihn nicht.
- Phishing und Schadsoftware. Ein VPN verhindert nicht, dass ein Link wie „Zahlen Sie eine kleine Zustellgebühr“ eine gefälschte Seite öffnet. Eine infizierte Datei bleibt infiziert, mit oder ohne VPN.
- Vertrauen. Die Namen der Websites, die vorher Ihr Internetanbieter gesehen hat, laufen jetzt über den VPN-Server. Wählen Sie einen VPN-Dienst, dem Sie diese Daten anvertrauen können.
Ben's VPN wählt das Protokoll, Sie bestimmen 3 Einstellungen
Das Protokoll legt fest, wie Ihr Datenverkehr auf dem Weg zum Server aussieht. Die 4 Protokolle von Ben's VPN sind VLESS + REALITY, XHTTP, Hysteria2 und Shadowsocks. Die App wählt das Protokoll und die Route, die in Ihrem Netzwerk funktionieren. Einen Schalter für das Protokoll gibt es in den Einstellungen nicht. Wenn es für eine stabile Verbindung nötig ist, schaltet die App Multihop ein. Mit Multihop läuft Ihr Datenverkehr zuerst über einen Server in einem Drittland. Die App basiert auf Outline, das vom Jigsaw-Team entwickelt wurde.
In der App bestimmen Sie 3 Einstellungen selbst.
- Der Standort. Tippen Sie auf die Schaltfläche „Standort“. Es öffnet sich das Fenster „Land ändern“ mit einer durchsuchbaren Liste der Standorte. Wenn das Land keine Rolle spielt, tippen Sie auf die Schaltfläche „Schnellste“. Die App wählt dann einen Standort in Ihrer Nähe.
- Datenverkehr außerhalb des Tunnels. Tippen Sie auf die Schaltfläche „Tunnel“, um die Einstellungen für „Split-Tunneling“ zu öffnen. Im Modus „Manuell“ tragen Sie die IP-Adressen, Subnetze und Domains ein, die direkt ins Internet gehen. Die Android-Version hat außerdem die Liste „Apps, die das VPN umgehen“.
- Der Multihop-Modus. Diese Einstellung finden Sie in der App unter „Mein Profil“ → „Einstellungen“ → „Multihop“. Wir empfehlen, sie im Modus „Automatisch“ zu belassen.
Die erste Verbindung in 4 Schritten
Installieren Sie Ben's VPN
Die App läuft auf Smartphones, Tablets, Computern und Fernsehern. Die Version für jedes Gerät finden Sie auf der Seite Apps von Ben's VPN für alle Geräte.
Öffnen Sie die App
Beim ersten Start auf dem Smartphone, Tablet oder Computer gibt es keinen Anmeldebildschirm. Die App führt die Ersteinrichtung durch und legt ein Gastkonto an, das an dieses Gerät gebunden ist.
Schalten Sie das VPN mit „Verbinden“ ein
Ohne Abonnement öffnet die Schaltfläche das Fenster „Ben's VPN kaufen“. Wählen Sie in diesem Fenster einen Tarif und bezahlen Sie. Wenn Sie ein Abonnement haben, tippen Sie oben im Fenster auf „Im Konto anmelden“.
Wählen Sie einen Standort
Tippen Sie für ein bestimmtes Land auf „Standort“ und suchen Sie es in der Liste. Wenn Ihnen ein beliebiger Standort in der Nähe genügt, tippen Sie auf „Schnellste“. Die Option „Bei Standortwechsel automatisch verbinden“ ist standardmäßig aktiviert. Deshalb verbindet sich das VPN sofort mit dem gewählten Standort.

Fragen und Antworten
Erkennt mein Internetanbieter, dass ich ein VPN nutze?
Ihr Internetanbieter sieht, dass Ihr Gerät lang andauernde Verbindungen zu einer einzigen Adresse unterhält. Die Liste der besuchten Websites erreicht ihn nicht mehr. Ältere Protokolle lassen sich an Merkmalen ihrer Pakete erkennen. 2022 zeigten Forscher das für den Datenverkehr von OpenVPN. Bei Ben's VPN lässt VLESS + REALITY die Verbindung wie HTTPS zu einer echten Website aussehen.
Schützt mich ein WLAN-Passwort genauso wie ein VPN?
Ein WLAN-Passwort verhindert, dass sich Ihre Nachbarn mit dem Netzwerk verbinden. Vor Ihrem Internetanbieter verbirgt das Passwort nichts. DNS-Anfragen und die Namen der Websites laufen weiterhin über seine Technik. Wenn Sie das nicht stört, ist ein VPN zu Hause vor allem für Dienste nützlich, die sich nicht öffnen lassen.
Was soll ich tun, wenn das VPN eingeschaltet ist, aber keine Seiten laden?
Wenn die Verbindung über einen Server schlecht ist, zeigt die App die Meldung „Schlechte Verbindung“. Nachdem Sie darin auf „Problem beheben“ getippt haben, schlägt die App vor, den Standort zu wechseln. Außerdem kann sie bis zu 2 Minuten lang nach einem funktionierenden Server suchen. Bleibt das Problem bestehen, tippen Sie auf „Support“, um einen Chat mit dem Support 24/7 zu öffnen.
Wie nutze ich dasselbe Abonnement auf Smartphone und Laptop?
Ein Gastkonto funktioniert nur auf dem Gerät, auf dem es angelegt wurde. Öffnen Sie zuerst auf diesem Gerät „Mein Profil“ → „E-Mail verknüpfen“. Tippen Sie auf dem zweiten Gerät auf „Verbinden“ und wählen Sie im Kauffenster „Im Konto anmelden“. Melden Sie sich mit dieser E-Mail-Adresse oder mit einem Code an. Den Code zeigt das erste Gerät unter „Auf einem anderen Gerät anmelden“. Der Code hat 8 Ziffern und ist 3 Minuten gültig. Es gibt kein Geräte-Limit. Deshalb können auch ein Tablet und ein Fernseher das Abonnement nutzen.
Wozu brauche ich ein VPN, wenn mein Browser einen Inkognitomodus hat?
Der Inkognitomodus löscht Ihren Verlauf und die Cookies, wenn Sie das Fenster schließen. Ihr Internetanbieter sieht trotzdem die Namen der Websites, und die Websites sehen weiterhin Ihre IP-Adresse. Ein VPN arbeitet auf Netzwerkebene und verträgt sich mit dem Inkognitomodus.








